Im Gespräch mit Gunter Czisch
Im Gespräch mit Gunter Czisch, Oberbürgermeister von Ulm.
Welche Rolle spielen die Sedelhöfe für die ganzheitliche Entwicklung der Stadt Ulm?
Mit den Sedelhöfen entsteht ein neuer urbaner Treffpunkt inmitten der Stadt. Das offene städtische Quartier wird als neues Tor zur Innenstadt fungieren und Einwohner wie Besucher gleichermaßen willkommen heißen. Die Sedelhöfe werden zusammen mit dem Citybahnhof maßgeblich zur nachhaltigen Stadtentwicklung Ulms beitragen. In diesem Bereich entsteht ein neues Stück Stadt, das nicht nur Mobilität, Arbeiten und Einkaufen ermöglicht, sondern auch Kultur und Wohnen.
Welche Elemente des Konzeptes sind Ihrer Meinung nach die prägendsten und warum?
Die Mischnutzung ist das hervorstechendste Element der Sedelhöfe, ein Mix aus Wohn- und Büroflächen, Einzelhandel und Gastronomie. Konzepte dieser Art gibt es in Ulm und Umgebung bisher selten. Ich bin überzeugt, dass gemischt genutzte Quartiere oder Projekte zukünftig ein wichtiger Teil der modernen Stadtentwicklung sein werden, weil sich hier die vielfältigen Funktionen einer lebendigen Stadt wiederfinden. Das macht den entscheidenden Unterschied zwischen den Sedelhöfen und beispielsweise einem konventionellen Einkaufscenter aus.
Ergänzen Sie bitte folgenden Satz: Die Sedelhöfe sind ein Quartier, ...
… das für Innovation und Mut in der Stadtplanung steht und als treibender Motor für die Ulmer Innenstadt wirken wird.
Wie stellen Sie sich das zukünftige Leben rund um die Sedelhöfe vor?
Kennen Sie das positive Gefühl auf Straßenfesten und Märkten? Eben Orte, an denen Menschen gerne zusammenkommen, um Zeit miteinander zu verbringen und etwas zu erleben. Diese Aufenthaltsqualität möchten wir erreichen. Ich bin sicher, dass Citybahnhof und Sedelhöfe ausstrahlen werden über die Innenstadt hinaus. Durch die Sedelhöfe und natürlich auch durch die ICE-Neubaustrecke wird unsere Stadt überregional noch an Bedeutung gewinnen, davon werden letztendlich wir alle profitieren.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Stadt?
Ich wünsche mir, dass Ulm der weltoffene und liberale Ort bleibt, der er ist, dass die Bürgerschaft auch in Zukunft Neuem aufgeschlossen gegenübersteht und gemeinsam an einem Strang zieht. Aus dem Gefühl der Zusammengehörigkeit ihrer Einwohner gewinnt eine Stadt ihre Handlungsfähigkeit und ihre Stärke. Das ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gestaltung unserer Zukunft – und genau dies wünsche ich mir für Ulm.